Behandlung


- Behandlungselemente
- Behandlungsangebote
- Besondere Zielgruppen
- Yoga in der Rehabilitation

Behandlungselemente

Unsere Rehabilitationsbehandlung erfüllt die Qualitätsstandards der Deutschen Rentenversicherung und umfasst die vorgeschriebenen »Evidenzbasierten Therapie-Module«.

Das therapeutische Handeln und die therapeutischen Verfahren richten sich nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Behandlung. Die evidenzbasierte Behandlung stützt sich auf die psychotherapeutischen Verfahren der Verhaltenstherapie, unterstützt durch systemische und hypnotherapeutische Interventionen.

Die wichtigsten Behandlungselemente sind:

Gruppenpsychotherapie
Die Gruppenpsychotherapie ist das therapeutische Basisprogramm und umfasst wöchentliche 8 Stunden. Die Gruppe startet sofort nach der Aufnahme.

Einzelpsychotherapie
Ein Einzeltherapiegespräch sollte mindestens einmal pro Woche oder auch öfter stattfinden.

Indikative Therapie
Indikative Gruppen sind themenzentriert und können je nach Bedarf gebildet werden. Darüber hinaus gibt es feste themenspezifische Angebote, z.B. Genusstraining, kognitives Training, Polizeigruppe, Umgang mit Depression, Burn Out u.ä.

Förderung psychosozialer Kompetenz
Das Selbstsicherheitstraining und das Erlernen und Üben sozialer Kompetenz stellen einen zentralen Baustein im Therapieprogramm dar. Dazu gehören die Motivationsförderung, das Training sozialer Kompetenz und die sozialtherapeutische Einzelbetreuung.

Angehörigenorientierte Seminare
Der Einbezug von Familienangehörigen und Partnern in die therapeutische Arbeit ist eine anerkannte Notwendigkeit. Innere Vorbehalte und Widerstände der Partner können überwunden werden. Wir bieten regelmäßig Familienseminare über drei Tage an. Die Angehörigen können in der näheren Umgebung übernachten. Zusätzlich zu den Seminaren und Gruppen können individuell Paargespräche mit dem Bezugstherapeuten vereinbart werden.

Klinische Sozialarbeit für Menschen mit Arbeit, Arbeitslose und Nicht-Erwerbstätige
Hier geht es um die Klärung der beruflichen Orientierung und Förderung der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben. Die klinische Sozialarbeit mit den Angeboten für arbeitslose Patienten umfasst das Bewerbungstraining wie Hilfe bei der Erstellung von Lebensläufen und Rollenspiel, die sozialrechtlichen berufsbezogenen Beratungen, die Berufsklärung, die Klärung wirtschaftlicher Sicherung und finanzieller Hilfen.

Die Patienten, die aus dem Erwerbsleben in die Therapie kommen und über einen Arbeitsplatz verfügen, werden darin unterstützt, erfolgreich wieder in die Arbeitswelt zurückzukehren. Dazu gehören Einzelgespräche mit Patienten und Betriebsangehörigen, Klärung beruflicher Entwicklungsperspektiven sowie die stufenweise Wiedereingliederung durch gute Kooperation mit dem Betrieb.

Tabakentwöhnung
Die Tabakentwöhnung richtet sich sowohl an Patienten, die eine feste Entscheidung getroffen haben, mit dem Rauchen aufzuhören, als auch an diejenigen, die ihren Tabakkonsum selbstkritisch sehen, aber bisher noch keinen festen Entschluss gefasst haben.

Entspannungsverfahren
Das Training von Entspannungsverfahren hat sich als erfolgreiches Mittel bewährt, eine positive Veränderung der Befindlichkeit herbeizuführen. Wir führen Progressive Muskelentspannung, Yoga und hypnotherapeutische Verfahren durch.

Sport- und Bewegungstherapie
Häufig geht die Erkrankung mit einer Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit einher. Das Training der physischen Funktionen und Belastbarkeit stellt daher eine zentrale Aufgabe im Therapieprogramm dar.

Gesundheitsbildung und -schulung
Mit der Gesundheitsinformation und dem Gesundheitstraining wird die Motivation zum gesunden Leben der Patienten gestärkt. Die Erfahrung körperlicher Leistungsfähigkeit fördert ein positives Lebensgefühl und ermöglicht das Erleben von Selbstwirksamkeit.

Ernährungsschulung
Regelmäßige Vorträge über Ernährung und Entstehung von Krankheiten unterstützen die Einsicht in die Wichtigkeit einer gesunden Lebensführung.

Kreativtherapie und Freizeitgestaltung
Ergo- und Kreativtherapie sind ressourcenorientiert. Schwerpunkte bilden das Tun und Erleben sowie das Wiederauffinden verloren geglaubter Gestaltungsfähigkeiten. Es werden Wege aufgezeigt, sinnvoll mit sich selbst und seiner Freizeit umzugehen.

Förderung sozialer Integration
Der Patient soll im Rahmen der stationären Therapie darin unterstützt werden, sich auf sein Leben nach der Therapie so vorzubereiten, dass er sich im Alltag besser versorgen und orientieren kann. Dazu zählen das Training im Bereich der körperlichen Versorgung und der Aktivitäten des täglichen Lebens. Das Angebotsspektrum in der Fachklinik umfasst auch die Sozialberatung, sozialrechtliche Beratungen, Vermittlung von Selbsthilfegruppen und Nachsorgeangebote.

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Behandlungsangebote

Langzeittherapie
Die Langzeittherapie richtet sich an suchtkranke Männer, die ihre persönliche, familiäre oder berufliche Lebenssituation durch die Folgen der Suchtkrankheit gefährdet sehen. Unser Therapieplan umfasst eine Vielfalt wissenschaftlich fundierter Behandlungselemente. Ziel ist, die Menschen wieder für ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben frei von den Zwängen der Sucht zu öffnen.

Eine stationäre Therapie bietet die Chance, die chronisch hemmenden Verhaltensmuster zu verändern und eine neue Beweglichkeit und Öffnung für das Leben zu gewinnen.

Nach den Maßgaben der Deutschen Rentenversicherung umfasst eine Langzeittherapie in der Regel 15 Wochen. Bei anderen Kostenträgern ist die Bewilligungsdauer unterschiedlich und muss vor der Therapie geklärt werden.

Kurzzeittherapie
Die Kurzzeittherapie ist auf eine Dauer von 6-8 Wochen konzipiert. Dieser Zeitrahmen bietet Patienten die Chance, zielgerichtet und in komprimierter Form die Angebote stationärer Therapie zu nutzen und gleichzeitig die Dauer der Abwesenheit von zu Hause und vom Arbeitsplatz überschaubar zu halten. Sie richtet sich an Menschen, die bereits eine Krankheitseinsicht entwickelt haben und bereit sind, ihr Verhalten zu ändern. Die körperlichen, emotionalen und sozialen Begleitstörungen der Sucht sind noch nicht so weit fortgeschritten, so dass die kurzzeitige Intervention schon zu guten Erfolgen führen kann.

Kombinationsbehandlung
Die Rentenversicherung definiert die Kombinationsbehandlung als eine Vernetzung wohnortnaher Beratung, stationären Aufenthalts und späterer ambulanter Therapie: die Beratung im Vorfeld der Therapie, die stationäre Behandlung von sechs Wochen und danach die ambulante Rehabilitation.

Festigungs- und Auffangbehandlungen
Diese Behandlungsform ist für Menschen, die sich in einer akuten Krise befinden, oder wenn diese sich anzubahnen droht. Er hat bereits Suchtmittel konsumiert oder sieht sich gefährdet, dies zu tun. Die Behandlungsdauer ist auf die jeweilige Problemlage zugeschnitten und wird individuell vereinbart.

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Besondere Zielgruppen

In der Fachklinik Zwieselberg hat sich eine spezifische Erfahrung und Kompetenz in der Arbeit mit Männern in der zweiten Lebenshälfte und mit Sicherheitskräften herausgebildet.

Seit 20 Jahren behandelt die Klinik speziell Mitarbeiter mit Sicherheitsaufgaben in enger Kooperation mit ihren Organisationen.

Auch Lehrer, Ärzte und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und ähnliche Berufsgruppen finden bei uns im Haus ein geeignetes Umfeld und passende Therapiemaßnahmen.

Führungskräfte und Berufsgruppen im sozialen Bereich und im öffentlichen Dienst
Führungskräfte, Lehrer, Ärzte und Mitarbeiter in sozialen Bereichen tragen oft hohe Verantwortung und stehen im Spannungsfeld vielfältiger Interessen. Es besteht eine besondere Gefahr, sich zu erschöpfen, zu überfordern, »auszubrennen« und psychische und psychosomatische Symptome zu entwickeln.

Stärker werdende Anforderungen, Konkurrenz und hochgesteckte persönliche Ziele führen zu immer höherer körperlicher und psychischer Belastung. Führungskräfte fühlen sich mit dem steigenden Leistungsdruck, der Komplexität ihres Aufgabenfeldes und der hohen Entscheidungsverantwortung alleine. Für viele ist es nur schwer möglich, sich selbst Grenzen einzugestehen, Warnsignale einer Burnout-Entwicklung wahrzunehmen und sich eine Auszeit für eine neue Orientierung einzuräumen.

Streben Leistungsanspruch und Leistungsvermögen auseinander, fühlen sich viele Menschen zu noch mehr Leistung angetrieben: Diese Diskrepanz stellt eine extreme psychische Belastung dar. Die emotionalen Reserven sind bald aufgezehrt. Der Verschleiß nimmt zu. Wenn zudem frühere Quellen der Regeneration versiegen, kommt es zum Burn-out. Folge sind häufig depressive Erschöpfungszustände, verbunden mit Missbrauch von Alkohol und/oder Medikamenten (z. B. im Rahmen einer »Selbstmedikation«).

Berufe mit Sicherheitsaufgaben
Mitarbeiter mit Sicherheitsaufgaben (Polizei, Militär) sind oft selbst krisenhaften Situationen und extremen Erfahrungen ausgesetzt. Sie laufen dabei Gefahr, sich zu überfordern. Vielleicht entwickelt sich unter den chronischen Bedingungen von Konflikt und Stress das Verlangen, beruhigend wirkende Substanzen einzusetzen, um sich wenigstens momentan zu entlasten. Die Gefahr liegt in der zunächst positiv wahrgenommenen Wirkung des Alkohols und der Medikamente. Das Risiko allerdings ist hoch, gerade unter den Bedingungen allgegenwärtiger Stressoren einen missbräuchlichen oder abhängigen Substanzgebrauch zu entwickeln.

Männern in der zweiten Lebenshälfte (Rentner, Pensionäre und andere nicht mehr Erwerbstätige)
In der zweiten Lebenshälfte müssen oft einschneidende Veränderungen bewältigt werden. Mit dem Ende des Erwerbslebens verlieren viele Männer einen großen Teil ihrer sozialen Kontakte und der beruflichen Anerkennung. Das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein können dadurch erschüttert werden. Gleichzeitig stehen diese Männer häufig vor der Aufgabe, ihre Lebensziele sowie den Sinn neu zu bestimmen. Am schwierigsten zu meistern sind Vereinsamung und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden.

Die Erfahrungen zeigen, dass gerade ältere Menschen durch einen stationären Aufenthalt sehr gute Therapieergebnisse und dauerhafte Therapieerfolge erreichen. Sie sind meist sehr gut motiviert und erhalten oft Unterstützung durch die Kinder und Enkel. Sie sind gelassener und weniger impulsiv, und nicht zuletzt verfügen sie über die große Erfahrung ihres Lebens, die zentral für die Rückbesinnung und Neuorientierung genutzt werden kann! Sie verfügen über Ressourcen, die wieder zu entdecken, zu fördern und zu entwickeln sind.

Auch diese Patienten nehmen am allgemeinen Therapieangebot teil. Darüber hinaus gibt es für sie spezifische Angebote im Bereich Sport sowie eine indikative Gruppe für die spezifischen Fragen in diesem Alter.

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Yoga in der Rehabilitation

Wir bieten seit zwei Jahren Yoga in unserem Therapieprogramm als weiteres hilfreiches Verfahren an. Die Übungen werden von einer erfahrenen Yogalehrein durchgeführt. Sie stimmt sie auf die Bedürfnisse und Erfahrungen unserer Patienten ab.

Yoga in der Rehabilitation
Suchterkrankungen verstärken Alltagsbelastungen und berufliche Schwierigkeiten und führen zwangsläufig zu Beeinträchtigungen der psychischen Verfassung und Befindlichkeit. Yoga stellt nun gezielte Übungen zur Verfügung, die in der Lage sind, vorhandene Disharmonien positiv zu verändern und Ausgeglichenheit zu fördern. Unser Gehirn kommuniziert mit dem Organismus und der Organismus mit dem Gehirn, das ist ein Hintergrund der Wirksamkeit des Verfahrens . Regt man nun den Körper durch kurze Impulse an, so reagieren Nervensystem und der gesamte psychische Apparat. Zur Übung selbst sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich, Konzentrationsübungen, Meditationen oder Entspannungstechniken können zu jeder Zeit begonnen werden. Sie wirken ausgleichend nachhaltig.
Wirkungen von Yoga:

  • Förderung von Körperbewusstsein, sinnlicher Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung
  • Zunahme von Konzentrationsfähigkeit
  • Förderung von Gelassenheit und innerer Ruhe
  • Erhöhung von Widerstandsfähigkeit
  • Kräftigung der Muskulatur
  • Verbesserung von Beweglichkeit.
  • Am Ende ihrer Therapie haben Patienten u.a. Folgendes über ihre Erfahrungen berichtet:

  • Yoga hat mir gut getan
  • Ich fühle mich viel beweglicher
  • Mein Körper ist nicht mehr sosehr verspannt
  • Ich kann wieder durchschlafen
  • Die Unruhe in meinem Körper ist weg
  • Ich bin nicht mehr so aufbrausend
  • Meine Kopfschmerzen verschwinden während der Yogastunde
  • Meine Rückenschmerzen haben sich verringert.